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Was ist eine Aussegnung? Ablauf & Bedeutung
09. Oktober 2026Viele Familien hören das Wort Aussegnung zum ersten Mal, wenn sie im Trauerfall danach gefragt werden. Kurz gesagt: Eine Aussegnung ist eine kurze Andacht am Ort des Sterbens, bei der ein Segen über den Verstorbenen gesprochen wird und die Angehörigen einen ersten Abschied nehmen können.
Wenn ein Mensch gestorben ist, vergeht oft noch etwas Zeit, bis er aus der Wohnung, dem Pflegezimmer oder dem Krankenhaus abgeholt wird. In dieser Zeit findet die Aussegnung statt.
Der Ablauf kann ganz individuell gestaltet werden; und katholische und evangelische Andachten handhaben einige Punkte etwas unterschiedlich.
Was bedeutet Aussegnung? Zum Begriff und zum Segen
Eine Aussegnung besteht aus einem Gebet, einem oder zwei kurzen Bibelworten und einem Segen. Gehalten wird sie in der Regel von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer der Gemeinde, in manchen Regionen auch von einer Diakonin, einem Gemeindereferenten oder einer beauftragten Person aus dem Kirchenvorstand.
Woher kommt der Begriff “Aussegnung”?
Das Wort führt auf einen ganz konkreten Ablauf zurück. Früher wurden Verstorbene mehrere Tage im Haus aufgebahrt. Bevor der Sarg hinausgetragen wurde, kam der Pfarrer und sprach den Segen: Der Verstorbene wurde also im wörtlichen Sinn aus dem Haus „ausgesegnet". Diese Bedeutung schwingt heute noch mit, auch wenn die Andacht inzwischen häufig in einem Pflegeheimzimmer oder in der Aussegnungshalle eines Friedhofs gehalten wird.
Unterschiede zwischen Aussegnung, Sterbesegen und Trauerfeier
- Der Sterbesegen ist der Segen selbst, gesprochen am Sterbebett oder kurz nach dem Tod, und er kann für sich allein stehen.
- Die Aussegnung ist der kleine liturgische Rahmen, in den dieser Segen eingebettet wird.
- Die Trauerfeier folgt Tage später auf dem Friedhof oder in der Kirche, vielleicht mit einem größeren Kreis von Trauergästen und einer Ansprache über das Leben des Verstorbenen.
Eine Aussegnung ersetzt also nicht die Trauerfeier, und umgekehrt gilt das genauso.
Wem gilt dieser Segen?
Manche Angehörige fragen sich, warum jemand gesegnet wird, der nicht mehr lebt. Aus christlicher Sicht gilt der Segen dem ganzen Menschen, nicht dem Körper allein. Er drückt aus, dass dieser Mensch weiterhin bei Gott gut aufgehoben ist. In den Momenten, in denen Worte schwerfallen, ist das für viele Familien der Wert der Aussegnung: Es wird etwas gesagt, wenn niemand mehr weiß, was man sagen soll.
Aussegnung: Ablauf einer stillen Andacht
Der Ablauf einer Aussegnung ist einfach und dauert selten länger als 20 Minuten. Sie müssen dazu nichts vorbereiten und müssen sich auch nicht mit dem Ablauf eines typischen Gottesdienstes auskennen.
Der Rahmen: Beteiligte und Raum
Anwesend sind die Angehörigen, die kommen möchten, und die Person, die die Andacht hält. Der Verstorbene liegt aufgebahrt im Bett oder im offenen Sarg. Häufig wird eine Kerze angezündet, manchmal steht ein Kreuz oder ein Strauß aus dem Garten daneben. Kinder dürfen mit dabei sein, wenn die Familie das möchte; oft tut ihnen der ruhige, klar begrenzte Rahmen gut.
Gesprochene Anteile und Gesang
Nach einem Anfangswort wird oft ein Psalm gelesen (zum Beispiel Psalm 23 oder Psalm 90). Danach folgen freie Gebete, das Vaterunser und der eigentliche Segen. Wenn die Familie das gerne möchte, wird auch gerne ein Lied gesungen (zum Beispiel „Von guten Mächten treu und still umgeben" ist beliebt). Angehörige können ein Gebet mitbringen, ein Lieblingsgedicht vorlesen oder auch einfach nur zuhören.
Wie es danach weitergeht
Nach dem Segen bleibt Zeit, sich zu verabschieden, die Hand des Verstorbenen zu halten oder still zu sitzen. Erst dann übernehmen wir als Bestatter die Überführung. Die Andacht markiert dabei einen achtsamen Übergang, und die Abholung wirkt danach für viele Familien weniger abrupt.
Aussegnung katholisch: Gebete, Weihwasser und Kreuzzeichen
Katholisch geprägte Aussegnungen folgen (wie auch katholische Gottesdienste) einer erkennbaren Form. In der kirchlichen Ordnung steht sie als Verabschiedung am Sterbeort und gehört zur Begräbnisliturgie, also zu der Reihe von Gebeten und Feiern, die für die Zeit vom Tod bis zur Beisetzung gedacht ist.
Der Ablauf einer katholischen Aussegnung
Nach einer Eröffnung und einem Schriftwort wird der Verstorbene mit Weihwasser besprengt, was an die Taufe erinnert. Die Angehörigen zeichnen ihm oft ein Kreuz auf die Stirn, so wie es viele Eltern bei ihren Kindern getan haben. Gebetet wird das Vaterunser, häufig auch ein Rosenkranz oder eine Litanei. Am Schluss steht der Segen und in vielen Gemeinden ein Weihrauchgruß.
Vergleich zur Krankensalbung
Die Krankensalbung wird gelegentlich mit der Aussegnung verwechselt. Sie ist aber ein Sakrament für Lebende, gedacht für schwer kranke oder sterbende Menschen, und kann nach dem Tod nicht mehr gespendet werden. Nach dem Tod bleibt die Aussegnung, und sie steht jeder katholischen Familie offen.
Aussegnung evangelisch: schlicht und ohne festes Schema
In der evangelischen Kirche ist die Aussegnung nicht in eine festgelegte Ordnung gefasst. Die Landeskirchen haben Vorschläge dafür veröffentlicht, doch die Auswahl der Texte liegt bei der Pfarrerin oder dem Pfarrer, und der Ablauf wird an die Familie angepasst.
Wen Sie ansprechen können
Zuständig ist die Kirchengemeinde am Wohnort des Verstorbenen. Rufen Sie im Pfarramt an, auch außerhalb der Bürozeiten; in vielen Gemeinden gibt es eine Rufnummer für Trauerfälle. Falls Sie nicht wissen, welche Gemeinde die richtige ist, klären wir das für Sie.
Wenn kurzfristig niemand kommen kann
Es passiert, dass am Wochenende oder in der Nacht niemand erreichbar ist. Dann lässt sich die Andacht auf den nächsten Tag legen, solange der Verstorbene noch zu Hause aufgebahrt bleibt. Möglich ist auch, dass die Angehörigen selbst ein Gebet und ein Bibelwort sprechen. Theologisch ist daran nichts falsch: Segnen ist im evangelischen Verständnis nicht dem Pfarramt allein vorbehalten.
Eine Aussegnung in Leimen, Heidelberg und Bammental vorbereiten
Im Trauerfall müssen viele Dinge gleichzeitig geregelt werden, und die Frage nach der Aussegnung kommt in einem Moment, in dem niemand einen Kopf für Organisation hat. Wir nehmen Ihnen die Planung gerne ab:
- Wir stimmen den Termin mit dem Pfarramt Ihrer Konfession und dem Pflegeheim oder Krankenhaus ab, bahren den Verstorbenen würdig auf und bereiten den Raum vor (Kerzen, Kreuz, Ihre Wünsche).
- Auf Ihren Wunsch warten wir mit der Überführung, bis die Andacht gehalten und der Abschied abgeschlossen ist.
- Wenn Sie sich einen anderen Rahmen ohne kirchliche Beteiligung wünschen, finden wir gern mit Ihnen gemeinsam eine Form, die zu Ihrer Familie passt.
Sprechen Sie mit uns
Der Bestattungsdienst Gehrig ist Tag und Nacht für Sie erreichbar, unter 06224 72846 oder per E-Mail an kontakt@bestattungsdienst-gehrig.de. Alles Weitere zum ersten Schritt im Trauerfall finden Sie auf unserer Seite Hilfe im Trauerfall. Rufen Sie gerne an, auch wenn Sie zunächst nur eine Frage haben.


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